25. März 2009

Presse: Spandau und Vattenfall sparen 3.300 Tonnen CO2 ein

Landschaftspflegeholz wird im Heizkraftwerk Reuter als Brennstoff genutzt

[...] Nach ersten Schätzungen werden über das gesamte Jahr rund 3.500 Tonnen Holzhackschnitzel anfallen. Durch die Nutzung dieser Biomasse kann Vattenfall fast 1.400 Tonnen Steinkohle einsparen und den Ausstoß von 3.300 Tonnen CO2 vermeiden. Mit der Energie des Holzes lassen sich etwa 800 Berliner Haushalte ein Jahr lang mit Strom und Wärme versorgen.

Für Vattenfall ist die Kooperation mit dem Bezirk Spandau ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung des Energiekonzeptes für Berlin. "Wir haben uns die Nutzung von Biomasse für die Energieversorgung Berlins auf die Fahne geschrieben und konnten bereits zum Jahresanfang bei der Mitverbrennung von Weihnachtsbäumen gute Erfahrungen sammeln", erklärte Dr. Frank May, Mitglied des Vorstands von Vattenfall Europe Berlin und zuständig für die Kraftwerke und Neuprojekte. "Durch die Mitverbrennung des Spandauer Holzes engagieren wir uns aktiv für niedrigere CO2-Emissionen. Das ist gut für Berlin, für Spandau und für Vattenfall", fügte er hinzu. Gleichzeitig kündigte May an, auch mit anderen Berliner Bezirken ähnliche Kontrakte anstreben zu wollen.

Spandaus Baustadtrat Carsten-Michael Röding zeigte sich überzeugt, dass sein Bezirk durch die Kooperation mit Vattenfall maßgeblich zu den CO2 Einsparzielen des Berliner Senats beitragen kann. "Als Bezirk mit vielen Grünflächen verfügen wir über große Mengen Holzschnitt. Was liegt da näher, als diesen für die umweltfreundliche Energiegewinnung zur Verfügung zu stellen. Spandau profitiert dabei doppelt, denn die kleingehackte Biomasse heizt als Fernwärme anschließend viele hundert Wohnungen im Bezirk. Deshalb lässt sich mit Fug und Recht behaupten: Spandau spart CO2." (Quelle: vattenfall.de)

Klingt ja ganz schön toll, allerdings frage ich mich, was die denn früher mit den Weihnachtsbäumen gemacht haben? Wahrscheinlich verbrannt aber die Energie nicht genutzt.

13. März 2009

Presse: RWE Power errichtet Pilotanlage zur CO2-Rauchgaswäsche

Der Kölner Regierungspräsident Hans Peter Lindlar hat RWE Power die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer Pilotanlage zur CO2-Rauchgaswäsche erteilt. Die Anlage wird im Innovationszentrum Kohle am Kraftwerksstandort Niederaußem errichtet. Sie wird ab Sommer diesen Jahres pro Stunde etwa 300 Kilogramm CO2 aus einem Teilstrom der Kraftwerksrauchgase abscheiden. Das entspricht bei der verarbeiteten Rauchgasmenge einem Abtrennungsgrad von 90 Prozent.

In der Pilotanlage werden alle Aspekte der CO2-Wäsche unter realen Bedingungen erprobt. Damit will RWE Power Erfahrungen für spätere Großanlagen sammeln, mit denen moderne konventionelle Braun- und Steinkohlenkraftwerke ab 2020 nachgerüstet werden könnten. [...] RWE Power ist für das CO2-Wäsche-Projekt eine Kooperation mit BASF und Linde eingegangen. Das Chemieunternehmen erprobt neue, energieeffiziente Waschflüssigkeiten zur Abtrennung des CO2 aus dem Rauchgas. Linde optimiert die Anlagentechnik für den Kraftwerksbetrieb. Ziel ist es, den Energieaufwand der CO2-Abtrennung erheblich zu verringern. Denn grundsätzlich mindert die CO2-Wäsche den Gesamtwirkungsgrad der Stromerzeugung. Diese Minderung gilt es, im Interesse von Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit so weit wie möglich, zu begrenzen.
Das Projekt ist auf neun Millionen Euro veranschlagt und wird zu 40 Prozent vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bezuschusst. Für das gesamte Entwicklungsprojekt mit Errichtung und Betrieb einer Pilot- und einer Demonstrationsanlage für die CO2-Wäsche hat RWE Power ein Budget von rund 80 Millionen Euro eingeplant. (Quelle: rwe.com)

Noch wird an diesen getestet und natürlich berichten die Stromkonzerne lieber über Ihre Maßnahmen zum Klimaschutz als über konventionelle Techniken. Bleibt zu hoffen, dass dabei Verwertbares herauskommt.

03. Dezember 2008

Elektroautos in Zukunft rot?

Letzte Woche hat E.ON Chef Wulf Bernotat bei der nationalen Strategiekonferenz zur Elektromobilität in Berlin gesprochen. Hier die Pressemitteilung:

„Ob wir eines Tages elektrisch betriebene Autos fahren werden, ist längst nicht mehr die Frage – sondern nur noch wann“, so Wulf H. Bernotat heute bei der nationalen Strategiekonferenz zur Elektromobilität in Berlin. Der E.ON-Vorstandsvorsitzende betonte die Vorteile von Elektrofahrzeugen: „Wir können damit Energie sparen, die Abhängigkeit von Ölimporten verringern und den Ausstoß von CO2 im Verkehr deutlich vermindern. Mit E.ON-Strom betrieben, würden Elektroautos in Deutschland schon heute nur noch 80 g CO2 pro km emittieren, halb so viel wie ein durchschnittlicher PKW mit Verbrennungsmotor und deutlich unter dem künftigen EU-Grenzwert von 120 g CO2. Und wenn E.ON wie geplant den Anteil erneuerbarer Energien an unserer Stromerzeugung bis 2030 auf 24 Prozent verdoppeln, wird das Autofahren noch umweltverträglicher.“

Da die Stromwirtschaft schon dem Emissionshandel unterliegt, sei die Elektrifizierung des Verkehrs zudem ein Weg, auch den Straßenverkehr in einen effizienten Mechanismus des Klimaschutzes einzubeziehen, so Bernotat.

E.ON sieht darüber hinaus die Möglichkeit, Elektroautos als Energiespeicher auf Rädern für den unregelmäßig verfügbaren Windstrom einzusetzen. Sie könnten nachts Strom aufnehmen und tagsüber beim Parken einen Teil ihrer Stromladung wieder in das Netz einspeisen. Dafür entwickelt E.ON im Rahmen eines Flottenversuchs mit dem Umweltministerium und VW schon jetzt Konzepte, weitere Projekte werden geprüft.

Für die Verbindung von Auto und Netz sorgen intelligente Stromzähler. Diese Minicomputer können zum Beispiel nachts, wenn viel Strom vorhanden ist, das Elektroauto selbständig mit Strom „tanken“. E.ON betreibt in Europa schon heute fast 1,8 Mio dieser sogenannten „smart meter“ und ist damit der zweitgrößte Anbieter dieser Technik, die die heute bekannten Stromzähler in Haushalten in den nächsten Jahren ersetzen wird. (Quelle: E.ON Pressemitteilung)

Vor allem den Ansatz, Autos als Zwischenspeicher für Strom aus erneuerbarer Energie zu nutzen, finde ich interessant.

14. Januar 2008

Strompreise nächste Runde

Zum 1. Januar ging es in die nächste Preis-Runde beim Strom: für rund ein Viertel der deutschen Haushalte steigen die Kosten, durchschnittlich um 7,2%. Bis auf Hamburg, Bremen und Berlin sind alle Bundesländer betroffen. Detailierte Informationen auf verivox.de.

Die großen 4 halten sich zum Thema Preisentwicklung bedeckt – zumindestens auf ihren Websites. Lediglich E.ON informiert über die Entstehung und Zusammensetzung vom Strompreis. Dort entfallen auf “Beschaffung, Transport, Vertrieb” zusammen 59% der Kosten (die Zahlen stammen ursprünglich vom VDEW). In dieser Statistik ist in dem Bereich allerdings alles zusammengefasst, was nicht an den Staat geht, also alles, was an den Versorger geht.

Interessant dazu ist das Interview mit dem Chef der Bundesnetzagentur Matthias Kurth in der WirtschaftsWoche. Der sagt dazu:

Sind denn die Preiserhöhungen gerechtfertigt?

Das bezweifle ich. Da Steuern und Abgaben minimal gestiegen und die Netzentgelte deutlich gesunken sind, bleiben als einziges Argument der Versorger die gestiegenen Beschaffungskosten. Diese machen aber nur 29 Prozent des Endpreises aus. Wenn jetzt die Verbraucher bis zu zehn Prozent des Gesamtpreises mehr zahlen sollen, müssten die Beschaffungskosten über 30 Prozent gestiegen sein. Am Terminmarkt der Strombörse ist der Preis aber nur um etwa neun Prozent gestiegen. Irgendetwas kann da nicht stimmen. Das Kartellamt wird dieser Frage intensiver nachgehen.

10. Dezember 2007

E WIE EINFACH Preisdeckel für Lidl Kunden

Ab heute, dem 10.12. verkauft E WIE EINFACH seinen MeinCentTarif Strom bei Lidl und Kaufland. Die ganze Aktion läuft bis zum 23.12. Das Angebot umfasst:

  • 70 Euro Treue-Bonus*
  • 1 Cent pro Kilowattstunde (kWh) sparen im Vergleich zum Allgemeinen Preis des örtlichen Grundversorgers bei gleichem Grundpreis
  • 2 Jahre Preisgarantie auf den Preis pro Kilowattstunde
  • Keine Vorauskasse
  • Einfacher und kostenloser Wechsel
  • Keine Mindestvertragslaufzeit
  • Kündigungsfrist: 1 Monat zum Monatsende

(Quelle: www.e-wie-einfach.de)

Damit wird Strom immer mehr zu einem Produkt wie der Handyvertrag: egal, wo man wohnt oder wo man einkauft, man bekommt es überall. Vielleicht kommen ja auch bald die Pre-Paid Tarife für Strom – in England gibt es sowas.

Wenn die Aktion erfolg hat, dürfte es nicht lange dauern, bis andere Anbieter und Händler nachziehen. Dann gibt es auch Aldi- oder Tchibo-Strom. Oder die Bildzeitung verkauft ihren "Volksstrom" analog zum "Volkshandy". Der Kunde kann davon nur profitieren: wenn Wechseln so einfach ist, werden es mehr und mehr Leute tun.

« Vorherige Einträge