10. September 2009

Superwurst rettet die Welt

Es gibt manchmal Dinge, die sind so bekloppt, dass man echt an den Kopf fasst. Seit 2006 ist es ja sehr hipp, etwa in der Werbung auf klimafreundliche Eigenschaften hinzuweisen. Waren das am Anfang noch Waschmaschinen oder Autos können das inzwischen fast alle Produkte des täglichen Lebens sein. Auch Grillwürstchen, jedenfalls findet das Ökoland. Es reicht heute nicht mehr, dass Grillwürsten lecker sind, Öko und Bio ist auch schon zu Mainstream. Also ist die Wurst jetzt auch klimaneutral.

KNACKIG, LECKER, KLIMANEUTRAL

um genau zu sehen. Eben eine Superwurst, die die Welt retten könnte:

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Und damit auch der letzte kapiert, was die Stunde geschlagen hat:

Was steckt denn nun hinter der Geschichte? Oder ist es einfach nur eine geniale (?) Marketingaktion, um Resonanz etwa in Blogs zu bekommen (klappt auch nicht so schlecht: ShopbloggerOswald, Dwarsloper oder einfach Google)

Die Superwurst kommt von Ökoland und das wurde 2007 als erstes “Klimafreundliches Unternehmen nach Stop Climate Change Standard” zertifiziert.

Das anerkannte Zertifizierungssystem Stop Climate Change (SCC) hilft Ihnen, Ihre Treibhausgase zu bilanzieren, zu reduzieren und auszugleichen.

Mit SCC implementieren Sie ein Emissionsmanagement-System (EMS) für Ihr gesamtes Unternehmen oder spezielles Produkt. Sie leisten damit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.

Der Ausgleich von Treibhausgase erfolgt nach international anerkannten Verfahren und ist Teil der globalen Klimastrategie. Durch die Reduktion Ihrer Treibhausgase senken Sie zudem langfristig Ihre Kosten.

Nach der erfolgreichen Zertifizierung dürfen Sie Ihr Unternehmen bzw. Ihr Produkt mit der Stop Climate Change Auszeichnung kennzeichnen. Sie kommunizieren so Ihre unternehmerische Verantwortung für den Klimaschutz. (Quelle)

Das Siegel ausgedacht hat sich AGRA-TEG, ein Spin-Off der Universität Göttingen. Zertifiziert wird wiederum durch die Gesellschaft für Resourcenschutz.

Also doch alles garnicht so bekloppt? Das CO2-Monster ist schon eine ziemlich skurrile Erscheinung, aber es gab ja auch schonmal böse CO2-Moleküle (s. Game Over CO2)

Die Würstchen waren jedenfalls lecker!

08. April 2009

Sinn und Zweck der CO2 KFZ Steuer

Lange Diskussionen gingen der neuen Kfz-Steuer voran. Tiefensee, Gabriel und Steinbrück konnten zunächst keine Einigung erzielen. Viele Fragen wollten geklärt werden: Welche Basis soll zur Berechnung dienen, wie die Verteilung der Einnahmen stattfinden?

Nun ist es beschlossene Sache: Ab Juli 2009 tritt die neue Kfz-Steuer im Rahmen des Konjunkturpaktes II in Kraft. Eine Steuererleichterung für sparsame Autos soll zum einen die Industrie unterstützen, und zum anderen die Umwelt schonen. Aber was genau ändert sich eigentlich?

Die zukünftige Steuerregelung gilt nur für Neuwagen, für ältere Autos ändert sich nichts. Zunächst sollte die neue Kfz-Steuer nur nach dem CO2-Ausstoß berechnet werden. Durch die Besteuerung des Kraftstoffverbrauches ist das Hauptaugenmerk auf den Klimaschutz gerichtet. Nach einigen Debatten wird der Hubraum weiterhin Bestandteil bleiben. Die Berechnung wird sich dabei wie folgt darstellen:

Diesel und Benziner werden unterschiedlich berechnet, für Benziner werden zukünftig 2 Euro pro 100 Kubikzentimeter anfallen, für Diesel 9,50 Euro. Die höhere Berechnung für Dieselmotoren ist auf die Besteuerung des Kraftstoffes an der Tankstelle zurückzuführen, denn Benziner haben einen höheren Mineralsteuersatz. Der Ausgleich findet in dem höheren Sockelsteuersatz für Dieselmotoren statt.

Pkws, die weniger als 120 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen, werden vom CO2-Steueranteil bis 2012 befreit. Alle anderen Fahrzeuge werden mit 2 Euro pro Gramm CO2 berechnet. Mit der neuen Besteuerung sollen Spritfresser stärker zur Kasse gebeten werden, und zu einem Umdenken bei der Anschaffung eines Neufahrzeuges bewegen. Bis Juli 2009 ist also noch Zeit……..

31. März 2009

Olympia Co2 neutral

Die Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 sollen co2 neutral werden, d.h. das anfallende Kohlendioxid wird kompensiert. Erreichen wollen die Organisatoren dieses Ziel, in dem sie für rund 3,6 Millionen US-Dollar CO2-Zertifikate kaufen. Kommen soll das Geld von Sponsoren.

Nach einer Studie werden bei Olympia 2010 etwa 300.000 Tonnen Kohlendioxid entstehen, der größte Teil kommt durch Flüge von Athleten, Zuschauern und Journalisiten zustande.

Der Chef des Organisationskomitee VANOC John Furlong sagte dazu: "Wir sind sehr optimisch, dass wir Sponsoren für das Projekt finden".

Gelesen bei ksta.de.

25. März 2009

Presse: Spandau und Vattenfall sparen 3.300 Tonnen CO2 ein

Landschaftspflegeholz wird im Heizkraftwerk Reuter als Brennstoff genutzt

[...] Nach ersten Schätzungen werden über das gesamte Jahr rund 3.500 Tonnen Holzhackschnitzel anfallen. Durch die Nutzung dieser Biomasse kann Vattenfall fast 1.400 Tonnen Steinkohle einsparen und den Ausstoß von 3.300 Tonnen CO2 vermeiden. Mit der Energie des Holzes lassen sich etwa 800 Berliner Haushalte ein Jahr lang mit Strom und Wärme versorgen.

Für Vattenfall ist die Kooperation mit dem Bezirk Spandau ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung des Energiekonzeptes für Berlin. "Wir haben uns die Nutzung von Biomasse für die Energieversorgung Berlins auf die Fahne geschrieben und konnten bereits zum Jahresanfang bei der Mitverbrennung von Weihnachtsbäumen gute Erfahrungen sammeln", erklärte Dr. Frank May, Mitglied des Vorstands von Vattenfall Europe Berlin und zuständig für die Kraftwerke und Neuprojekte. "Durch die Mitverbrennung des Spandauer Holzes engagieren wir uns aktiv für niedrigere CO2-Emissionen. Das ist gut für Berlin, für Spandau und für Vattenfall", fügte er hinzu. Gleichzeitig kündigte May an, auch mit anderen Berliner Bezirken ähnliche Kontrakte anstreben zu wollen.

Spandaus Baustadtrat Carsten-Michael Röding zeigte sich überzeugt, dass sein Bezirk durch die Kooperation mit Vattenfall maßgeblich zu den CO2 Einsparzielen des Berliner Senats beitragen kann. "Als Bezirk mit vielen Grünflächen verfügen wir über große Mengen Holzschnitt. Was liegt da näher, als diesen für die umweltfreundliche Energiegewinnung zur Verfügung zu stellen. Spandau profitiert dabei doppelt, denn die kleingehackte Biomasse heizt als Fernwärme anschließend viele hundert Wohnungen im Bezirk. Deshalb lässt sich mit Fug und Recht behaupten: Spandau spart CO2." (Quelle: vattenfall.de)

Klingt ja ganz schön toll, allerdings frage ich mich, was die denn früher mit den Weihnachtsbäumen gemacht haben? Wahrscheinlich verbrannt aber die Energie nicht genutzt.

13. März 2009

Presse: RWE Power errichtet Pilotanlage zur CO2-Rauchgaswäsche

Der Kölner Regierungspräsident Hans Peter Lindlar hat RWE Power die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer Pilotanlage zur CO2-Rauchgaswäsche erteilt. Die Anlage wird im Innovationszentrum Kohle am Kraftwerksstandort Niederaußem errichtet. Sie wird ab Sommer diesen Jahres pro Stunde etwa 300 Kilogramm CO2 aus einem Teilstrom der Kraftwerksrauchgase abscheiden. Das entspricht bei der verarbeiteten Rauchgasmenge einem Abtrennungsgrad von 90 Prozent.

In der Pilotanlage werden alle Aspekte der CO2-Wäsche unter realen Bedingungen erprobt. Damit will RWE Power Erfahrungen für spätere Großanlagen sammeln, mit denen moderne konventionelle Braun- und Steinkohlenkraftwerke ab 2020 nachgerüstet werden könnten. [...] RWE Power ist für das CO2-Wäsche-Projekt eine Kooperation mit BASF und Linde eingegangen. Das Chemieunternehmen erprobt neue, energieeffiziente Waschflüssigkeiten zur Abtrennung des CO2 aus dem Rauchgas. Linde optimiert die Anlagentechnik für den Kraftwerksbetrieb. Ziel ist es, den Energieaufwand der CO2-Abtrennung erheblich zu verringern. Denn grundsätzlich mindert die CO2-Wäsche den Gesamtwirkungsgrad der Stromerzeugung. Diese Minderung gilt es, im Interesse von Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit so weit wie möglich, zu begrenzen.
Das Projekt ist auf neun Millionen Euro veranschlagt und wird zu 40 Prozent vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bezuschusst. Für das gesamte Entwicklungsprojekt mit Errichtung und Betrieb einer Pilot- und einer Demonstrationsanlage für die CO2-Wäsche hat RWE Power ein Budget von rund 80 Millionen Euro eingeplant. (Quelle: rwe.com)

Noch wird an diesen getestet und natürlich berichten die Stromkonzerne lieber über Ihre Maßnahmen zum Klimaschutz als über konventionelle Techniken. Bleibt zu hoffen, dass dabei Verwertbares herauskommt.

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