14. August 2007

Aus den Augen aus dem Sinn – Server im Rechenzentrum

Man vergisst so leicht: das Internet ist nicht nur ein virtuelles sondern auch ein physisches Netz. Es fließen nicht nur Tag für Tag Informationen über die Datenautobahn sondern auch Strom durch die Millionen von Rechnern weltweit. Dabei kann Otto-Normalverbraucher schonmal vergessen, dass damit nicht nur sein PC zuhause gemeint ist. Das ganze Netz ist nur möglich durch die vielen Server, die irgendwo in der Welt stehen.

Mitlerweile haben diese Server ein akutes Problem: die Hitze und damit (denn das eine folgt aus dem anderen) den Energieverbrauch. Moderne Computer produzieren so viel Abwärme, dass sie mit großen Lüftern oder zumindestens Kühlkörpern ausgestattet werden. Bei Servern sind die Anforderungen nochmal höher, da diese rund-um-die-Uhr laufen, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Je wärmer die Komponenten werden, umso wahrscheinlicher wird ein Defekt: also immer schön frisch halten.

Kommen nun Server in einem Rechenzentrum zusammen, wird aus Abwärme Abhitze, große Kühlanlagen sind nötig, um dem überhaupt noch Herr zu werden. Ein schönes Beispiel fand sich letzte Woche in der Zeit: der Stromverbrauch der 43000 Server von Strato

ist immens: Einschließlich der Energie zum Kühlen liegt er bei 30 Gigawattstunden pro Jahr. Mit dem Strom kämen rund 5000 Vierpersonenhaushalte aus. (Quelle: Zeit, Nr.33/2007, S.29)

Noch besser fand ich die Aussage, dass das Rechenzentrum im Sommer so viel Abwärme produziert, dass für die Flugzeuge beim Landeanflug auf Tegel ein Luftloch entsteht.

Wow! Das ist richtig viel Wärme! So langsam kommt das Thema in der IT-Welt in Gange, bisher wurde meistens über den Verbrauch von PCs oder Notebooks geredet. Server waren bislang nicht so im Blickfeld. Das ändert sich nun aber (zum Glück). Alle großen Hersteller arbeiten auch an Energiesparmöglichkeiten für Server – die es auch zu hauf gibt. Wenn man alleine nur mal bedenkt, wieviele Server in Rechenzentren stehen, die den ganzen Tag nichts zu tun haben. Website, die keiner aufruft, Anwendunge, die keine Mensch nutzt. Solche Server müssen nicht ständig mit voller Leistung betrieben werden.

Die IT-Branche wächst und damit auch deren Verantwortung:

Der CO2-Fußabdruck aller Rechenzetren weltweit hat inzwischen den  des Flugverkehrs erreicht

und

Zwischen 2000 und 2005 hat sich der Energiehunger der amerikanischen Rechenzentren verdoppelt … 1,2% des nationalen Stromverbrauchs [der USA] (Quelle: Zeit, s.o.)

Dem Artikel nach verbraucht ein Bewohner von SecondLife so viel Energie wie sein Pendent im FirstLife – Schöne neue Welt.

Ein Kommentar

1. Strom & Gas » Grüne CeBIT 2008 schrieb am 05. März 2008 um 11:33

[...] steht aktuell der Anteil an der CO2 Produktion, aber auch die generellen Energiekosten und die kaum mehr zu gewährleistende Kühlung erfordert ein [...]

Schreibe einen Kommentar

Folgende Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Data Recovery